Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden

Ab 15. Oktober 2011 öffnete das Militärmuseum Dresden nach über sieben Jahren Umbau und die zahlreichen Pressemitteilungen ließen schon im Vorfeld erahnen, dass das Museum dem aktuell vorherschenden Zeitgeist entsprechen und nur noch bedingt für Freunde von Militärtechnik sehenswert sein würde.
Die 67 Millionen Euro teure Neugestaltung war vor allem damit begründet worden, dass die frühere Ausstellung, die auf die Zeit des Armeemuseums der NVA zurückging, untragbar tendenziös und politisch motiviert gewesen sei. Zurückblickend muss man jedoch feststellen, dass die frühere Ausstellung, wie man sie aus den 1990er Jahren und bis 2003 kannte, vor allem sachlich und objektiv war und die Exponate der Militärgeschichte im Vordergrund standen - und nicht, wie heute gewünscht, sich in subjektiver Bemitleidung nebensächlicher Einzelschicksale verliert. Hingegen ist das heutige Museum von einem stark politischen Charakter geprägt. Es war bewußte Absicht die historische Fassade zu zerstören (Denkmalschutz?!) und man hält das bloße Ausstellen von Kriegsgerät für verwerflich, weil sich dies nicht für ein Land mit einer Geschichte wie dem Deutschen gehöre. So offensichtlich dies auch wäre - es handelt sich hier nicht nur um eine Interpretation, sondern dies wurde bei der internen Vorstellung des Museums für Pressevertreter im Interview offen ausgesprochen und ist in ähnlicher Form schon vorher in der Presse zu lesen gewesen.
Das Militärhistorische Museum ist vor allem eines kaum noch: ein militärhistorisches Museum! Doch dies will es auch gar nicht sein, denn hier wird ganz bewußt der Anspruch erhoben, wenig Kriegstechnik und Chronologie zu zeigen, sondern umso mehr gesellschaftliche, moralische und ethische Aspekte. Das Museum richtet sich also weniger an geschichtlich interessierte und schon gar nicht an Freunde von Militärtechnik, sondern vor allem an Menschen ohne jede Vorkenntnis oder an extremistische Pazifisten. Nun, der Gedankenansatz, in einem Militärmuseum neben der Kriegstechnik auch zu zeigen, was diese auswirkt und welche Querverbindungen zur zivilen Gesellschaft existieren, ist durchaus innovativ und lobenswert. Nur wenn solche Präsentationen die eigentliche Militärgeschichte und auch -technik zur Nebensache werden lassen, dann hat ein solches Museum sein Thema verfehlt.
Dennoch ist ein Besuch des Museum trotzdem ratsam. Wie man auf den Bildern sieht, fand trotz aller politisch-modischer Verblendung der Ausstellungsgestalter ein wenig Militärtechnik in das Museum, und diese Exponate sind einen Besuch durchaus wert. Vermutlich kann vieles in den Vitrinen ohnehin nur von Kennern gewürdigt werden, da die Beschriftungen und Erklärungen oft mangelhaft oder gar nicht vorhanden sind. Hingegen ist teilweise schon fast amüsant, wie kreativ man dort die Geschichte konstruiert hat und beispielsweise von einem Kraftstoff-Einheitsbehälter der Wehrmacht, über einer 30er Jahre Leuna-Zapfsäule zur IG Farben kommt und den Gedanken in die gewünschte Richtung weiterspinnt.
Was bleibt sind Erinnerungen an das frühere Museum und die alte Ausstellung - und das Wissen darüber, wie viele hochinteressante und teilweise sogar einzigartige Waffen, Fahrzeuge und Panzer für Besucher unzugänglich in den Depots stehen. Es soll zwar zu einem späterem Zeitpunkt auch noch ein Schaudepot mit Militärtechnik geöffnet werden, doch 2012 wird dies nicht mehr geschehen und welche Exponate dann tatsächlich dort - und vor allem in welcher Form - gezeigt werden, bleibt abzuwarten.
Als letztens noch folgende Anmerkung: was die Pressevertreter nach der Neueröffnung schrieben ("Dresdner begeistert von neuem Museum") entspricht absolut nicht der Wahrheit. Die anfänglichen enorm hohen Besucherzahlen erzielte das Museum durch eine umfassende Medienkampagne und man lockte damals noch mit freiem Eintritt. Wer jedoch einmal das Gästebuch aufschlägt und darin blättert, findet sehr viele negative Beurteilungen, die teilweise noch sehr deutlicher ausfallen als dieser Artikel hier.

Besucherinformationen sind verfügbar auf dem Internetauftritt des Museums.

Einen starken Kontrast zum grotesken Libeskind-Keil bildet der historische Klassizismus der restlichen Fassade und innerhalb des Treppenhauses. Im Freigelände werden Panzer von Bundeswehr und Nationale Volksarmee ausgestellt. Das in dem kleinen Park vor dem Museum gelegene Ehrenmal für die sowjetischen Armee erinnert an die Vergangenheit als Armeemuseum der NVA.

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Die deutsche Militärgeschichte bis 1945 ist knapp gehalten und die unzähligen anderen, in Depots vorhanden Großexponate dieser Epoche wurden von den Gestaltern offensichtlich als überflüssig erachtet und nicht ausgestellt.

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Wichtiger hingegen erschienen Zeugnisse der Verknüpfung zwischen Militär und Gesellschaft (z.B. in Spielzeug, Mode und Medien) und auch zu der Tierwelt hin. Ein hochwertiges Modell der "Gorch Fock" "segelt" schutzlos Schmutz und Zerstörung ausgesetzt durch eine Vitrine, während ein beim ISAF-Einsatz beschädigter "Wolf" als besonders filigran und bewahrenswert bewertet und durch eine Scheibe geschützt wird.

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